Geschichte

Der Geburtstag des Oberen Donau Gaues war am 28. Februar 1892; im „Löwen“ in Sigmaringen. In Sigmaringen unter dem rührigen Vertrauensmann Rommler und in Ebingen waren schon 1890 Ortsgruppen gegründet worden. So trafen sich 50 Wanderfreunde aus Sigmaringen, Mengen, Ebingen, Beuron und Winterlingen und wählten Landesbaurat Leibbrand zum ersten Gauobmann. Die Ebinger erklären sich zugehörig, obwohl der „Zug der Herzen“ sie zur Obmannschaft Hechingen geführt hätte. Für die Namensgebung war u. a. „Fürstengau“ vorgeschlagen, weil im damaligen Gebiet zwei Könige, ein Großherzog und zwei Fürsten Herrscher und Grundeigentümer waren. 1893 entschied man sich für den Namen „Obere Donau“. Bereits 1892 wurden weitere Ortsgruppen in Bingen, Sigmaringendorf, Jungnau, Gammertingen, Mengen, Straßberg und Scheer gegründet, 1893 folgten Gauselfingen und Hausen, 1894 Meßkirch. Bei der Gauausschusssitzung 1895 wurde vom Dreiländergau gesprochen, weil er Staatsgebiete von Baden, Württemberg und Hohenzollern einschloss. Die erste Vertreterversammlung legte bereits 1892 als Aufgaben fest: Bau und Markierung von Wanderwegen im Donautal, Schmeietal und Laucherttal; Besteigbarmachung einiger Ruinen und Beschreibung des Gebietes in Wort und Bild. Diese Aufgaben wurden mit Energie angegangen; bis 1895 wurden Zug um Zug die Talstrecken des Donautales markiert.1895 wurde Apotheker Hieronymus Edelmann, Privatier und 04_edelmannHeimatforscher,Sehr stark förderte und finanzierte der Schwäbische Albverein um die Jahrhundertwende Aussichtstürme, so konnte der Turm auf dem Schlossfelsen in Ebingen 1897, der Buchheimer Hans 1897 und der Aussichtsturm auf dem Missionsberg in Mengen 1910 der Öffentlichkeit übergeben werden. Gauobmann Edelmann war als Heimatforscher bei vielen Ausgrabungen selbst zugegen und gab sein Wissen in vielen Vorträgen bei Albvereinsortsgruppen aber auch in Veröffentlichungen, besonders in Albvereinsblättern, weiter. Das Donautal wurde dadurch erst einem großen Publikumskreis bekannt. Die 1891 eröffnete Donautalbahn warb genauso für Fahrgäste wie die Stadt Sigmaringen für Besucher. Als Edelmann nach 25 Jahren die Führung des Oberen Donau Gaues abgab, waren Grundsteine für die spätere Arbeit gelegt; die Pionierarbeit geleistet. 916 übernahm Josef Burkhart, Rentmeister, den Gau; er führte ihn mit kurzer Unterbrechung bis 1935. Er setzte in einer schwierigen Zeit die Arbeit fort, vor allem die Beschilderung der Wege; an Bahnhöfen wurden Orientierungstafeln angebracht; das Wanderwegenetz wurde verdichtet. Burckhart konnte weitere Ortsgruppen aufbauen, so daß sich deren Zahl auf 22 erhöhte. Von ihm sind viele Gedichte in den Albvereinsblättern abgedruckt worden. Alle seine Gedichte zeugen von Frohsinn und großer Liebe zu Natur und Heimat. In seine Amtszeit fallen zwei große Veranstaltungen des Schwäbische Albvereins: 1930 wurde die Hauptversammlung in der eben neuerbauten Stadthalle abgehalten; 1933 war Sigmaringen das Ziel eines großen Wandertreffens, 4000 Wanderer des Schwarzwald- und des Albvereins nahmen daran teil. zum Gauobmann gewählt; er war bis zu seinem Wegzug 1916 in diesem Amt. Während seiner Amtszeit wurden die schwierigen Talstrecken – z. B. bei Schwarzwagfelsen und Maurusfelsen – fertiggestellt, gleichzeitig ging man daran, die heute stark begangenen Höhenwege auszubauen. Verbunden war mit diesem Ausbau die Anbringung von Geländern an den verschiedenenAussichtspunkten, so 1896 Gebrochen Gutenstein, 1900 Nägelesfelsenbei Sigmaringen, 1902 beim Soldatenfriedhof Beuron, 1905 Schaufelsen, 1910 Eichfelsen, 1911 Knopfmacherfelsen. Dies sind heute noch die beliebtesten Aussichtspunkte.Von 1935 bis 1945 führte Robert Maurer, Beuron, den Oberen Donau Gau. Die Markierung der Wege steht nach wie vor im Vordergrund der Arbeit. Aus den wenigen Akten, die aus der NS-Zeit zur Verfügung stehen, erkennen wir die Einschränkung der Eigenständigkeit, vor allem bei der Jugendarbeit. Dem Naturschutzdienst allerdings wird mehr und mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Dennoch konnten auch während der Kriegszeit die Aufgaben des Schwäbische Albvereins im Oberen Donau Gau weitgehend erfüllt werden. Nach dem 2. Weltkrieg begann die Wiedergründung der Ortsgruppen ab 7. 5. 1946. Der stellvertretende Gauobmann Josef Kieferle – er führte sodann den Gau bis 1953 – hat bereits am 7.7. 1946 zu einer Vertreterversammlung einberufen, in der die Neugründung der Ortsgruppen im Vordergrund stand. Kieferle war es in seiner kurzen Amtszeit möglich, das Leben der Ortsgruppen zu aktivieren. Dies war nicht immer leicht. Viele Vertrauensleute und Mitarbeiter der Ortsgruppen blieben im Feld, waren noch in Gefangenschaft oder gehörten der NSDAP an (Parteiangehörige durften ihre Ämter nicht weiterführen). Bis 1949 waren nur 7 Ortsgruppen zugelassen, Kieferle gelang es aufgrund seiner reichen Erfahrung, bis 1952 weitere 13 Ortsgruppen neu zu gründen; in dieser Zeit entstanden auch aktive Jugendgruppen. Bei der Streckenpflege war ein großer Nachholbedarf vorhanden, viele Wegetafeln mussten erneuert und Wege instandgesetzt werden

.08_jerg1953 übernahm Johann Jerg, Gewerbeschuldirektor, den Oberen Donau Gau; er führte ihn bis 1966; in seiner Amtszeit erhöhte sich die Mitgliederzahl von 1100 auf 1950, das Streckennetz wuchs von 480 auf 550 km. Der weitere Ausbau des Streckennetzes lag ihm genauso am Herzen (er markierte viele Strecken selbst) wie die Schaffung eines Wanderheimes im südwestlichen Gebiet der Schwäbischen Alb. Am „Rauhen Stein“ bei Irndorf sollte es gebaut werden; von den Grundstücksverhandlungen über die örtliche Bauleitung bis zur Pächterauswahl bestimmte er das Geschehen. Zu Ostern 1962 konnte es eingeweiht werden. Mit dem Ausbau der Donautalstraße, der Ausdehnung der Städte und Dörfer entstanden schwere Eingriffe in die Landschaft, gegen die er sich vergeblich zur Wehr setzte. Er stand oft allein auf weiter Flur, das Bewusstsein zum Erhalt der Landschaft war damals nur schwach. Im Irndorfer Hardt wurde ein regelmäßiger Naturschutzdienst aufgebaut. Sein reiches Wissen über die Geschichte des Donautals brachte der Hobby-Archäologe Jerg den Wanderern oftmals nahe – leider schrieb er damals keinen Wanderführer „Obere Donau“.

19_roessler1966 wurde Willi Rößler Gauobmann, zunächst kommisarisch ab 12.11.67 gewählter Gauobmann.

In seiner Amtszeit wurden Orientierungstafeln mit der Unterstützung des Naturparks und der Gemeinden aufgestellt, von denen 58 Rundwanderwege mit einem Netz von 569 km ausgehen. Starke Akzente setzte der Gauobmann auf Wanderführungen, offene Wanderungen, Lehrerwanderungen, Rundfunkwanderungen, Ferienwanderungen. Die Erschließung des Tales stärkt den Fremdenverkehr. Freilich tritt an sonnigen Herbstwochenenden eine totale Überlastung ein. Die Sportarten Radeln, Paddeln und Klettern bringen Probleme, mit denen sich der Schwäbische Albverein auseinandersetzen muss. Die Erhaltung der Eigenart der Landschaft muss oberstes Gebot bleiben; diese Forderung mit den Maßnahmen der Erholung in Einklang zu bringen, strebt der Gau Obere Donau an.

Nach 30 jähriger Amtszeit gibt Willi Rößler sein Amt als Gauobmann an Philipp Käppeler, Mengen weiter. Er hat sich zur Aufgabe gesetzt, mehr junge Mitglieder durch die Gründung von Familiengruppen zu gewinnen. Daneben setzt er sich persönlich stark für die Pflege der Biotopflächen des Albvereins ein.

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Übergabe des Gauwimpels 1997 von Willi Rößler an Philipp Käppeler

Nach 10 jähriger Tätigkeit als Gauobmann des Oberen Donau Gaues tritt Philipp Käppeler von seinem Amt zurück.

In der Gauvertreterversammlung wird Claus Bayer zum Gauobmann gewählt.

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